Stars sollen Lücken überstrahlen

Diana Damrau und Ballettgala: Das Theater reagiert auf die vielen Ausfälle

Mit dem Martinipark wird’s fürs Stadttheater nichts mehr in dieser Spielzeit. Aber die bald heimatlosen Schauspieler, Tänzer, Techniker wollen arbeiten, sich zeigen – man kann ja nicht sang- und klanglos zumachen.  Also wurde umgedacht am Kennedyplatz – das Stadttheater bietet zum Ende der Intendanz von Juliane Votteler zwei Highlight an, die beim Publikum, das lässt sich problemlos voraussagen, großen Zuspruch finden werden.

Eine große zeitgenössische Oper – das hatte sich Juliane Votteler zum Schluss noch gewünscht. Wie vieler ihrer Wünsche hat sich auch dieser in Luft aufgelöst: Hans Thomallas Oper „Kaspar Hauser“, im vergangenen Jahr in Freiburg uraufgeführt, war für den Martinipark geplant und kann nun nur konzertant gezeigt werden. Regisseur Frank Hilbrich wird trotzdem kommen und versuchen, bei der Aufführung im Textilmuseum (Premiere: 23. April) „etwas von der Sinnlichkeit der geplanten Inszenierung zu vermitteln“ – so Votteler. Auch das Lustspiel „Pension Schöller“ ist vom Martini-Fiasko betroffen. Es wird im Juli „irgendwie“ auf die Bühne kommen – „wie sich’s nennt und wie es aussieht, weiß man noch nicht“,  kündigt die Intendantin etwas sarkastisch an. (mehr …)

Orientierungslos im Stimmengewirr

Gigantisch: Neue Musik mit den Philharmonikern Warum, bitte, hat Neue Musik so wenige Hörer? Warum war der wunderschöne Saal des MAN-Museums am Dienstagabend nur zu einem Drittel besetzt? Wovor habt ihr Angst? Ich fühle mich nicht dazu berufen, Neue Musik zu erklären. Wer das musiktheoretisch und gebildet durchblicken will, mag sich anderswo informieren. Ich bin Musik-Hörer, und, ja, Leute: Neue Musik zu hören ist für mich immer und immer wieder ein gigantisches Erlebnis, obwohl ich nicht durchgängig verstehe, was die auf der Bühne da tun. Muss man das? Nein! Muss man nicht! Zuhören genügt! Und mit dieser Einstellung hatte ich … Continue reading „Orientierungslos im Stimmengewirr“

Augsburger Sommernachtstraum nominiert

Jetzt Leser-Voting bei Nachtkritik.de Die Kritiker und Korrespondenten des Internet-Portals „Nachtkritik.de“ haben deutschlandweit 50 Inszenierungen für die Wahl zum (virtuellen) Nachtkritik-Theatertreffen 2017 nominiert. Unter den zehn nominierten bayerischen Produktionen sind nur zwei außerhalb der Landeshauptstadt inszeniert worden: Die Nürnberger Aufführung von Elfriede Jelineks „Die Schutzbefohlenen“ (Regie: Bettina Brunier) – und der Augsburger „Sommernachtstraum.“ Shakespeares Stück hatte hier am 6. Februar 2016 Premiere im Großen Haus (Regie: Christoph Mehler) und lieferte einen „Sommernachtstraum auf der Meta-Ebene“, wie ich damals geschrieben habe. Vom 25. Januar bis zum 1. Februar 2017 um 20 Uhr haben die Leserinnen und Leser von www.nachtkritik.de nun ihrerseits … Continue reading „Augsburger Sommernachtstraum nominiert“

Jetzt für das Festival der Kulturen bewerben!

Vom Freitag, 28. Juli bis Samstag, 29. Juli 2017 findet in Augsburg zum 9. Mal das Festival der Kulturen statt. Es wird im Rahmen des Friedensfestes vom Friedensbüro organisiert. Musik, internationale Küche und Infoständen gehören zur Veranstaltungsreihe. Das Friedensbüro sucht dafür lokale Künstler*innen, Vereine und (Migranten-)Organisationen. Hier gibt es den (keine Sorge: ganz kurzen) Bewerbungsbogen Festival der Kulturen auf deutsch und englisch. Die Bewerbungsfrist endet am 28. Februar. Bewerbungen reicht man ein an das Friedensbüro im Kulturamt der Stadt Augsburg, Bahnhofstraße 18 1/3 a 86150 Augsburg Fax: +49 (0)821|324 3265 Email: friedensstadt@augsburg.de (Foto: Friedensbüro Augsburg)

Räuberkonzert für die ganze Familie

Scheherazade heißt die Erzählerin der Märchen „Aus tausendundeiner Nacht“, die der drohenden Hinrichtung durch das Erzählen von Märchen entgeht. Nikolai Rimski-Korsakow hat 1888 aus dieser Rahmenhandlung seine gleichnamige sinfonische Dichtung gemacht, die Augsburger Philharmoniker spielen Auszüge daraus im 2. Familienkonzert am Sonntag, 22. Januar. „Scheherazade“ gilt als Paradestück fürs Orchester. Zum einen steht das Stück für farbenfrohe Instrumentation und orientalische Einflüsse, zum anderen gilt es als Schaulaufen der Solisten – und eignet sich daher natürlich bestens, um jungem Publikum einen Einblick in die Bestandteile der Orchestermusik und die Klangfaszination des großen Ensembles zu vermitteln. Hinzu kommt die spannende Story, die … Continue reading „Räuberkonzert für die ganze Familie“

Form, Farbe, Sound: Wie abstrakte Bilder klingen

„Midisage“ in Oberschönenfeld mit dem Klangkünstler Gerald Fiebig Der Schritt von der gegenständlichen zur abstrakten Malerie, in Europa vor rund hundert Jahren vollzogen, war, in den Worten von Wassily Kandinsky, auch der Schritt zu einer „neuen, internationalen Sprache“, die sich „unendlich entwickeln“ werde. Es ist gar nicht so unwahrscheinlich, dass der russische Künstler (1866-1944) bei diesem Satz bereits an die Verbindung der malerischen mit der musikalischen Sprache gedacht hat – Kandinsky soll Synästhetiker gewesen sein, einer der wenigen Menschen, die Farben als Töne hören, Töne als Farben sehen können. Gerald Fiebig ist kein Synästhetiker – trotzdem will der Augsburger Klangkünstler … Continue reading „Form, Farbe, Sound: Wie abstrakte Bilder klingen“

André Bücker bleibt Antworten schuldig

Sein Vortrag zum Thema „Widerstand“ verlief im Ungefähren André Bücker, von der nächsten Spielzeit an Augsburgs neuer Intendant, hat einiges erlebt, einiges bewegt, Er hat, tatsächlich, „Widerstand“ geleistet. Sein Vortrag in der Volkshochschule zu diesem Thema blieb dann allerdings eher anekdotisch. Die Beantwortung der Frage, was das Thema Widerstand mit seiner künftigen Theaterarbeit in Augsburg zu tun haben könnte, blieb er fast zur Gänze schuldig. Wir schreiben das Jahr 2013, André Bücker ist im fünften Jahr Intendant am anhaltischen Theater in Dessau. Die vormals „blühende“ Industriestadt mit 130.000 Einwohnern ist auf zwei Drittel ihrer einstigen Größe geschrumpft. Die Bewohner ziehen … Continue reading „André Bücker bleibt Antworten schuldig“

Künftiger Intendant spricht über „Widerstand“

Wie wird das Programm des Augsburger Theaters in Zukunft aussehen? Welche Konsequenzen wird der neue Intendant André Bücker aus der Tatsache ziehen, dass immer wieder und auch in Augsburg ein zeitgemäßes Theater gefordert wird, das sich deutlich mit den aktuellen Problemen der Gesellschaft auseinandersetzen soll? „Theater als Gegenöffentlichkeit“ – geht das überhaupt? Und wie wäre dann der Spagat zu schaffen zwischen den Ansprüchen der berüchtigten Abonnenten (die oftmals als borniertes Synonym gelten für konservatives Theaterpublikum, dass sich mit dem Althergebrachten identifiziert und zufrieden gibt und alles andere ablehnt) und der „kritischen“ Sehnsucht nach „gesellschaftlichen Diskursen“? Theater soll unterhalten und geistige … Continue reading „Künftiger Intendant spricht über „Widerstand““

„Spielen“ – und darüber schreiben

Seit 2005 vergibt der Bezirk Schwaben zur Förderung des schriftstellerischen Schaffens im „schwäbisch-alemannischen Sprachraum“ seinen Literaturpreis – es geht dabei um drei dotierte Preise und die Veröffentlichung in einer Anthologie. Außerdem winkt ein Sonderpreis für „Junge Autoren bis 25 Jahre.“ Im Jahr 2017 wird der Preis für einen unveröffentlichten Prosatext zum Thema „Spielen“ ausgeschrieben: „Spielen ist ein Kennzeichen des Menschen und Spiele verbinden alle Altersklassen“, begründet Dr. Peter Fassl als Bezirksheimatpfleger und Initiator die Wahl des Themas. Es sei als „literarische Herausforderung“ für Schwabens Schriftsteller gemeint, dabei handle es sich um „klassischen Erzählstoff“, der den Literaten einen „weitgesteckten Raum für … Continue reading „„Spielen“ – und darüber schreiben“

Augsburg-Beschimpfung

Ein lustiger Suhrkamp-Band wiederholt Thomas Bernhards Sottisen gegen die „Lechkloake“ „Morgen in Augsburg“, stöhnt Caribaldi und fragt, ob es denn überhaupt einen Arzt gebe in diesem „muffigen, verabscheuungswürdigen Nest, in dieser Lech­kloake.“ Thomas Bernhard hat seine Protagonisten aber nicht nur Augsburg beschimpfen lassen, sondern auch viele andere schön-grauenhafte Orte. Und Bernhards Verlag gießt nun Öl ins Feuer, hat die gesamte schlechte Städte-Laune zusammengefasst und Hintergrundmaterial dazu gepackt: „Städtebeschimpfungen“ heißt Suhrkamps Taschenbuch Nr. 4074 – lustig zu lesen! So doof können nur Österreicher sein, oder? 1963 erscheint „Frost“, der erste Roman des damals 32jährigen und noch wenig bekannten Schriftstellers Thomas Bernhard. Über … Continue reading „Augsburg-Beschimpfung“