Theater: Jetzt werden Spenden gesammelt

„Stiftung Theater Augsburg“ eingerichtet

Manche Bürger fürchten, die Theatersanierung werde mehr konten, als die Stadt veranschlagt. Andere sind sogar bereit, Spenden zu sammeln oder selbst zu spenden – beim Bürgertalk in der Brechtbühne am vergangenen Mittcoh (7. 12.) wurde sogar schon nach Spendenmöglichkeiten gefragt. Die Stadt hat nun die Voraussetzungen geschaffen, um für die Theatersanierung zu spenden. Unter dem Dach des „Hauses der Stifter“ der Stadtsparkasse Augsburg wurde als gemeinsame Initiative der in Augsburg aktiven Theaterfördervereine und des Theaters Augsburg die „Stiftung Theater Augsburg“ gegründet.

Stadt Augsburg Referat OB Projekt "Spenden für die Theatersanierung"

Foto: Die neue „Stiftung Theater Augsburg“ gibt dem gemeinsamen Spendenwerben fürs Theater Struktur (v.l.): Dr. Klaus Vogelgsang (Theater-Freunde), Gottfried Wenger (INS Theater), Rolf D. Neuburger (Theater-Freunde), Marlies Ott (INS Theater), OB Dr. Kurt Gribl, Ursula Baier Pickartz (Stadt Augsburg), Gisela Köhler (INS Theater), Cornelie Elsässer (theatermodern), Christian Z. Müller (theatermodern), Dr. Thomas Weckbach (theatermodern), Alex Ferstl (theatermodern) und Friedrich Meyer (Theater Augsburg).  (Foto: Richard Goerlich, Stadt Augsburg).

Ursula Baier Pickartz koordiniert als Leiterin der städtischen Clearingstelle für Sponsoring die Drittmittelakquise für die Theatersanierung und steht Spendenwilligen als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Privatpersonen, Unternehmen oder Organisationen wie dem Verein der Theaterfreunde, „INS Theater Augsburg e.V.“ oder der Sanierungs-Initiative „theatermodern“ – steht jetzt eine zentrale Kontonummer für Spenden zur Verfügung. „Alle können gewiss sein: Jeder Euro kommt an“, so Bayer Pickartz. Außerdem wird derzeit ein Katalog erarbeitet, in dem die Theatervereine konkrete Einzelprojekte zur Unterstützung der Theatersanierung anbieten werden. Dieser steht vom Frühjahr 2017 an zur Verfügung – Spender können dann auswählen, welches Sanierungsprojekt sie unterstützen wollen „Die Ideen reichen von einer Unterstützung des neuen Theatercafés bis zur personalisierten Plakette auf dem eigenen Sitzplatz im sanierten großen Haus“, so Baier Pickartz weiter.

Kulturreferent Thomas Weitzel sieht in der Stiftung eine geeignete Struktur zur Akquirierung von Drittmitteln, weil privaten Förderern seit Jahrzehnten eine unverzichtbare Rolle für das Theater Augsburg zukomme. So knüpft die „Stiftung Theater Augsburg“ an die Tradition des bürgerschaftlichen Engagements an, das nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1956 entscheidend zum Wiederaufbau und zur Wiedereröffnung des Theaters beigetragen hat.

Wer nicht so lange warten möchte, kann aber auch unabhängig von den geplanten Projekten schon jetzt Geld spenden. Das Konto der Stiftung Theater Augsburg lautet: IBAN DE03 7205 0000 0000 0781 21; Kontoinhaber: Haus der Stifter; Verwendungszweck: „Theater Augsburg“. Für eine Spendenbescheinigung (ab 200 Euro) wird gebeten, Namen und Adresse im Verwendungszweck mit anzugeben.

 

Wieder Spielplanänderungen am Theater

Wieder mal machen „weitergehende bauliche Untersuchungen“ und „organisatorische Planungen“ den Spielplan des Stadttheaters zunichte. Für zwei Produktionen, die im Martinipark  aufgeführt werden sollten, sucht die Theaterleitung erneut eine Übergangsspielstätte: „Pension Schöller“ (Premiere am 1. April 2017) und „Kaspar Hauser“ (Premiere am 23. April 2017) können nicht im Martinipark gezeigt werden. Der Grund liegt laut einer Pressemitteilung des Theaters vom Dienstag (13.12.) in den Vorbereitungen für die nächste Spielzeit, die die erste des neuen Intentanden André Bücker sein wird: Das Theater und Bücker wollen bis dahin die beiden Hallen weiter „ertüchtigen“, in denen die Premieren geplant waren. Ertüchtigung und Produktion – … Continue reading „Wieder Spielplanänderungen am Theater“

Positives Denken – ungebremst

Der „Bürgertalk zum Theater“ – konfliktfrei und harmlos War ja ganz nett, dieser “Bürgertalk“ in der Brechtbühne, bei dem die Stadtoberen und der neue Intendant dem Publikum mal erklären konnten, wie das jetzt weitergehen soll mit Theatersanierung, Theateröffnung, Ausweichspielstätten, städtebaulicher Aufwertung des Theaterviertels und vielem mehr. Große Einigkeit im Publikum: Wir schaffen das. Ein bisschen naiv kam mir das alles vor, aber na gut… Ich bin für die Sanierung, das mal vorneweg. Ich finde es auch gut, wenn man sich in der Stadtgesellschaft gegenseitig Mut macht, wenn’s um ein wagemutiges Projekt geht – anstatt immer nur mit „wenn“ und „falls“ … Continue reading „Positives Denken – ungebremst“

Wiederaufnahme im Hoffmannkeller: Gift

Er und Sie haben sich neun Jahre nicht gesehen. Damals starb ihr Sohn bei einem Unfall, die Ehe ging in die Brüche. Doch jetzt kam ein Brief: Der Friedhof, auf dem ihr Sohn liegt, sei mit Giftstoffen belastet, die Toten müssten umgebettet werden … Im Hoffmannkeller wird am 18. Dezember (20.30 Uhr) Lot Vekemans Stück mit dem Untertitel „Eine Ehegeschichte“ wieder aufgenommen. Die Autorin zeigt in ihrem intensiven Kammerspiel zwei Protagonisten zwischen Trauer, Erinnerung und zögerlichem Neuanfang. In der Inszenierung von Maria Viktoria Linke sind Jessica Higgins und Gregor Trakis als die Protagonisten zu erleben. Zur Premiere habe ich im … Continue reading „Wiederaufnahme im Hoffmannkeller: Gift“

Weihnachten – verspielt und undogmatisch

Progetto Seicento am 17.12. im Rokokosaal  Wer sich fragt, wie die britische Band „Coldplay“ zum Nürnberger Barock-Komponisten Johann Pachelbel (1653-1706) passt und was der Police- und Solo-Barde Sting mit Benedetto Marcello (auch Barock, 1686-1739) zu tun hat, der muss nicht länger grübeln. Und auch wer das Gefühl hat, dass ihm oder ihr Weihnachten schon jetzt allmählich auf die Nerven geht, darf aufatmen: Barock und Rock kann so gut zusammenpassen wie Sting und Marcello, und wenn Weihnachten auf Stilmix und gleichzeitig hohe Kunst trifft, dann darf „das Fest“ Spaß machen. Jedenfalls darf davon ausgehen, wer sich am Samstag, 17.12. „Progetto Seicento“ … Continue reading „Weihnachten – verspielt und undogmatisch“

So viele Bekloppte und doch ein Riesen-Spaß

Brechtbühne: „Oscar“ lässt die Trikolore im Spießertum untergehen Der Rahmen der Bühne wirbt in den Trikolore-Farben für Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit – und solche Werbung scheint ja derzeit weltweit durchaus am Platze. Aber hier ist sie’s nicht und muss deshalb bald weichen: Denn das pathetische Rot-Weiß-Blau rahmt auf den Brettern der Brechtbühne ein Bild, in dem Claude Magniers „Oscar“ die Tugend zur Farce macht, das Leben zur Klamotte, in dem von den hehren Idealen nur der Trümmerhaufen bürgerlich-kleinfamiliärer Schadensbegrenzung bleibt.   Den Plot dieser völlig abstrusen, unwahrscheinlichen und unglaubwürdigen Komödie kann man nicht, darf man nicht und muss man nicht erklären … Continue reading „So viele Bekloppte und doch ein Riesen-Spaß“

Klavierdesigner gesucht

„Play me – I’m yours“ stellt in der Stadt zehn Klaviere auf Es ist noch eine Weile hin: Vom 7. bis 27. Mai 2017 kommt die Aktion „Play me, I’m Yours“ nach Augsburg (zuvor fand sie beispeilsweise schon in New York, Paris und München statt). Dafür werden zehn frei zugängliche Klaviere auf öffentlichen Plätzen aufgstellt – zum Musizieren für jedermann, mit den Passanten als Publikum. Streetpiano soll zusätzlich mit einzigartigen Design überraschen – und für die Gestaltung sucht die Stadt ab sofort Künstler, Designer, Handwerker, Schüler, Studenten und Kreative. Mitmachen kann jeder, der in Augsburg und Umgebung wohnt, arbeitet, studiert … Continue reading „Klavierdesigner gesucht“

Konstantin Wecker bei der Langen Brechtnacht

Vorverkauf online ab 6. Dezember Die Lange Brechtnacht am 4. März 2017 im Rahmen des Brechtfestivals beginnt mit einem außergewöhnlichen Konzert: Im Scheibenglasbehälter präsentiert Liedermacher Konstantin Wecker mit seinem Trio ein eigens für diesen Anlass erstelltes Programm, das sich auch mit Texten von Brecht beschäftigt und diese in Bezug zu eigenen Arbeiten setzt. „Poesie und Musik können vielleicht die Welt nicht verändern, aber sie können denen Mut machen, die sie verändern wollen“, so der bekennende Brecht-Fan Wecker, der sich seit über 40 Jahren für eine Welt ohne Waffen und Grenzen einsetzt. An seiner Seite sind  zwei kongeniale Mitstreiter zu erleben: Am Klavier … Continue reading „Konstantin Wecker bei der Langen Brechtnacht“

Info-Offensive zur Theatersanierung

Die Stadt wirbt mit Website, Broschüre und Diskussion „Ich freue mich auf viele konstruktive Diskussionen, die dazu beitragen sollen, das Theater und sein Umfeld lebendig und erlebbar zu machen. Wir möchten den Bürgerinnen und Bürgern damit auch signalisieren, dass uns eine transparente Kommunikation ein großes Anliegen ist und dass wir die Mitsprachemöglichkeit der Stadtgesellschaft ernst nehmen“, so Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl. Mit diesem OB-Zitat kündigt die Stadt eine Info-Offensive an, die zwar spät kommt, aber dafür mit Power. Auf mehreren Kommunikationsebenen – per Website, Druckmedium und „Bürger-Talk“ – versuchen Stadtregierung und Theater, die Sanierungspläne transparent zu machen, alles zusammen startet … Continue reading „Info-Offensive zur Theatersanierung“