Bierdeckel für Toleranz

SJR und DGB-Jugend Augsburg verkündet „Zapfenstreich“-Kampagne für Vielfalt und friedliches Zusammenleben

Seit gestern hängen an vielen Kneipentüren Aufkleber mit den Worten „Zapfenstreich – Schluss mit Intoleranz“. Dahinter stecken Stadtjugendring und DGB-Jugend Augsburg. Mit Tür-Aufklebern, Bierdeckeln und Tresenplakaten machen die Jugendorganisationen gemeinsam auf die fehlende Redebereitschaft in der Gesellschaft aufmerksam und wollen so den Diskurs über den Umgang mit Unterschiedlichkeiten fördern. „Der echte Dialog und die ehrliche Auseinandersetzung mit Andersdenkenden fehlt zurzeit massiv. Der Zapfenstreich-Aufkleber sagt aus: Dieses Haus steht für ein friedliches Zusammenleben und Vielfalt. Hier braucht niemand Angst vor Diskriminierung zu haben.“, so SJR-Vorsitzender Franz Schenck.

Der Titel Zapfenstreich bezieht dabei auf den Zapfhahn in den Kneipen, den Ursprungsort von Stammtischparolen, und auf das Augsburger Wahrzeichen, die Zirbelnuss. „Streich“ steht für „einen neuen Anstrich, neue Denkweisen“. Die Citycards, die in den ersten drei Februarwochen in den Kneipen ausliegen, rufen die Gäste mit provokanten Sprüchen dazu auf, sich mit Freunden gleicher Gesinnung zu fotografieren und diese Selfies auf die Facebookseite von Zapfenstreich hochzuladen. Die Kampagnenmacher hoffen auf eine rege Beteiligung: „Immerhin ist Augsburg Friedensstadt und eine historisch herangewachsene Multikultistadt, zu der sich alle Bürgerinnen und Bürger bekennen sollten“, so Schenck. (mehr …)

Jahresprogramme des Bezirks Schwaben

Jede Menge Kultur: Ausstellungen, Konzerte, Fortbildungen, Workshops das ganze Jahr über – der Bezirk Schwaben hat kürzlich in einer Pressekonferenz seine Veranstaltungen und Veranstaltungsreiehen für 2017 vorgestellt. Da spare ich mir die Einzelheiten und verweise auf die jetzt online verfügbaren Jahresprogramme: Folgende Flyer sind downloadbar eingestellt: Alles zu den Ausstellungen in den fünf Bezirksmuseen und was es sonst noch Spannendes in unseren Museen zu entdecken gibt: Ferienprogramme, Kurse, Handwerkertage und Themenführungen, da ist für jeden etwas dabei: Jahresprogramm Museen 2017 Alle Veranstaltungen der Kultureinrichtungen des Bezirks Schwaben: von klassischen Konzerten bis Kindertheater und Volksmusikabenden, Festen und Bällen, bis zum Trachtenmarkt … Continue reading „Jahresprogramme des Bezirks Schwaben“

Stars sollen Lücken überstrahlen

Diana Damrau und Ballettgala: Das Theater reagiert auf die vielen Ausfälle Mit dem Martinipark wird’s fürs Stadttheater nichts mehr in dieser Spielzeit. Aber die bald heimatlosen Schauspieler, Tänzer, Techniker wollen arbeiten, sich zeigen – man kann ja nicht sang- und klanglos zumachen.  Also wurde umgedacht am Kennedyplatz – das Stadttheater bietet zum Ende der Intendanz von Juliane Votteler zwei Highlight an, die beim Publikum, das lässt sich problemlos voraussagen, großen Zuspruch finden werden. Eine große zeitgenössische Oper – das hatte sich Juliane Votteler zum Schluss noch gewünscht. Wie vieler ihrer Wünsche hat sich auch dieser in Luft aufgelöst: Hans Thomallas … Continue reading „Stars sollen Lücken überstrahlen“

Augsburger Sommernachtstraum nominiert

Jetzt Leser-Voting bei Nachtkritik.de Die Kritiker und Korrespondenten des Internet-Portals „Nachtkritik.de“ haben deutschlandweit 50 Inszenierungen für die Wahl zum (virtuellen) Nachtkritik-Theatertreffen 2017 nominiert. Unter den zehn nominierten bayerischen Produktionen sind nur zwei außerhalb der Landeshauptstadt inszeniert worden: Die Nürnberger Aufführung von Elfriede Jelineks „Die Schutzbefohlenen“ (Regie: Bettina Brunier) – und der Augsburger „Sommernachtstraum.“ Shakespeares Stück hatte hier am 6. Februar 2016 Premiere im Großen Haus (Regie: Christoph Mehler) und lieferte einen „Sommernachtstraum auf der Meta-Ebene“, wie ich damals geschrieben habe. Vom 25. Januar bis zum 1. Februar 2017 um 20 Uhr haben die Leserinnen und Leser von www.nachtkritik.de nun ihrerseits … Continue reading „Augsburger Sommernachtstraum nominiert“

Form, Farbe, Sound: Wie abstrakte Bilder klingen

„Midisage“ in Oberschönenfeld mit dem Klangkünstler Gerald Fiebig Der Schritt von der gegenständlichen zur abstrakten Malerie, in Europa vor rund hundert Jahren vollzogen, war, in den Worten von Wassily Kandinsky, auch der Schritt zu einer „neuen, internationalen Sprache“, die sich „unendlich entwickeln“ werde. Es ist gar nicht so unwahrscheinlich, dass der russische Künstler (1866-1944) bei diesem Satz bereits an die Verbindung der malerischen mit der musikalischen Sprache gedacht hat – Kandinsky soll Synästhetiker gewesen sein, einer der wenigen Menschen, die Farben als Töne hören, Töne als Farben sehen können. Gerald Fiebig ist kein Synästhetiker – trotzdem will der Augsburger Klangkünstler … Continue reading „Form, Farbe, Sound: Wie abstrakte Bilder klingen“

André Bücker bleibt Antworten schuldig

Sein Vortrag zum Thema „Widerstand“ verlief im Ungefähren André Bücker, von der nächsten Spielzeit an Augsburgs neuer Intendant, hat einiges erlebt, einiges bewegt, Er hat, tatsächlich, „Widerstand“ geleistet. Sein Vortrag in der Volkshochschule zu diesem Thema blieb dann allerdings eher anekdotisch. Die Beantwortung der Frage, was das Thema Widerstand mit seiner künftigen Theaterarbeit in Augsburg zu tun haben könnte, blieb er fast zur Gänze schuldig. Wir schreiben das Jahr 2013, André Bücker ist im fünften Jahr Intendant am anhaltischen Theater in Dessau. Die vormals „blühende“ Industriestadt mit 130.000 Einwohnern ist auf zwei Drittel ihrer einstigen Größe geschrumpft. Die Bewohner ziehen … Continue reading „André Bücker bleibt Antworten schuldig“

„Spielen“ – und darüber schreiben

Seit 2005 vergibt der Bezirk Schwaben zur Förderung des schriftstellerischen Schaffens im „schwäbisch-alemannischen Sprachraum“ seinen Literaturpreis – es geht dabei um drei dotierte Preise und die Veröffentlichung in einer Anthologie. Außerdem winkt ein Sonderpreis für „Junge Autoren bis 25 Jahre.“ Im Jahr 2017 wird der Preis für einen unveröffentlichten Prosatext zum Thema „Spielen“ ausgeschrieben: „Spielen ist ein Kennzeichen des Menschen und Spiele verbinden alle Altersklassen“, begründet Dr. Peter Fassl als Bezirksheimatpfleger und Initiator die Wahl des Themas. Es sei als „literarische Herausforderung“ für Schwabens Schriftsteller gemeint, dabei handle es sich um „klassischen Erzählstoff“, der den Literaten einen „weitgesteckten Raum für … Continue reading „„Spielen“ – und darüber schreiben“

Augsburg-Beschimpfung

Ein lustiger Suhrkamp-Band wiederholt Thomas Bernhards Sottisen gegen die „Lechkloake“ „Morgen in Augsburg“, stöhnt Caribaldi und fragt, ob es denn überhaupt einen Arzt gebe in diesem „muffigen, verabscheuungswürdigen Nest, in dieser Lech­kloake.“ Thomas Bernhard hat seine Protagonisten aber nicht nur Augsburg beschimpfen lassen, sondern auch viele andere schön-grauenhafte Orte. Und Bernhards Verlag gießt nun Öl ins Feuer, hat die gesamte schlechte Städte-Laune zusammengefasst und Hintergrundmaterial dazu gepackt: „Städtebeschimpfungen“ heißt Suhrkamps Taschenbuch Nr. 4074 – lustig zu lesen! So doof können nur Österreicher sein, oder? 1963 erscheint „Frost“, der erste Roman des damals 32jährigen und noch wenig bekannten Schriftstellers Thomas Bernhard. Über … Continue reading „Augsburg-Beschimpfung“

Positives Denken – ungebremst

Der „Bürgertalk zum Theater“ – konfliktfrei und harmlos War ja ganz nett, dieser “Bürgertalk“ in der Brechtbühne, bei dem die Stadtoberen und der neue Intendant dem Publikum mal erklären konnten, wie das jetzt weitergehen soll mit Theatersanierung, Theateröffnung, Ausweichspielstätten, städtebaulicher Aufwertung des Theaterviertels und vielem mehr. Große Einigkeit im Publikum: Wir schaffen das. Ein bisschen naiv kam mir das alles vor, aber na gut… Ich bin für die Sanierung, das mal vorneweg. Ich finde es auch gut, wenn man sich in der Stadtgesellschaft gegenseitig Mut macht, wenn’s um ein wagemutiges Projekt geht – anstatt immer nur mit „wenn“ und „falls“ … Continue reading „Positives Denken – ungebremst“

So viele Bekloppte und doch ein Riesen-Spaß

Brechtbühne: „Oscar“ lässt die Trikolore im Spießertum untergehen Der Rahmen der Bühne wirbt in den Trikolore-Farben für Gleichheit, Freiheit, Brüderlichkeit – und solche Werbung scheint ja derzeit weltweit durchaus am Platze. Aber hier ist sie’s nicht und muss deshalb bald weichen: Denn das pathetische Rot-Weiß-Blau rahmt auf den Brettern der Brechtbühne ein Bild, in dem Claude Magniers „Oscar“ die Tugend zur Farce macht, das Leben zur Klamotte, in dem von den hehren Idealen nur der Trümmerhaufen bürgerlich-kleinfamiliärer Schadensbegrenzung bleibt.   Den Plot dieser völlig abstrusen, unwahrscheinlichen und unglaubwürdigen Komödie kann man nicht, darf man nicht und muss man nicht erklären … Continue reading „So viele Bekloppte und doch ein Riesen-Spaß“

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